Begegnungen in Usbekistan

Sandige Hügel, hier und da Sträucher, verstreute Häuser aus Lehm, ein paar Felder Und Bäume in den Senken. Das ist das Dorf Arabande, rund 120 km südwestlich von Samarkand. Auf einer mehr oder weniger geteerten Straße sind wir auf unserem Weg nach Buchara in diesen halb vergessenen Ort gekommen. Es ist nicht der direkte Weg. Doch der Ort, der vielen Siedlungen in dieser Region gleicht, ist ein besonderer. Der Menschen wegen.

Einer von ihnen ist Sharif Rchudoigulov.

68 Jahre ist er alt, 11 Kinder hat er zusammen mit seiner Frau. Lehrer ist er von Beruf. Vor 14 Jahren hat sich das durch ein einziges Ereignis geändert. Und damit auch die Geschichte der 200 Seelen-Gemeinde.

Ein paar Touristen haben sich damals nach Arabande verirrt, standen vor dem Haus von Sharif. Es gab Tee, Fladenbrot, Nüsse. Und der Wunsch eines der Gäste, einen der Teppiche aus dem Haus des Gastgebers erwerben zu dürfen. Der Dorflehrer sah eine Chance gekommen, vom zarten Touristenstrom zu profitieren. Er produzierte kleine Teppiche. Erst nur mit seiner Frau, dann mit seinen Kindern. Heute sind 60 Dorfbewohner involviert.

Touristen verirren sich nun auch nicht mehr in das Wüstendorf. Sharif hat dafür gesorgt, dass sie jetzt gezielt kommen.