Der alte Goldsticker von Buchara

Diese rund 2500 Jahre alte Stadt Buchara, sie ist für mich die schönste an der Seidenstraße. Was hat sie für wunderbare Ansichten! All diese herrlichen Gebäude in der historischen Altstadt. Die vielen Medresen, das jüdische Viertel mit seinen schönen, zum Teil gut erhaltenen Wohnhäusern. Das 50 m hohe Minarett Kalon, direkt daneben die gleichnamige Moschee, die größte in Zentralasien!

Was mich aber noch mehr fasziniert, sind die Menschen. Einer ist dieser Mann:

Mit seinen 92 Jahren sitzt er noch fast täglich in einem kleinen, gerade mal 6 qm großen Raum und stickt.

Er ist ein Meister, vielleicht sogar der Meister in Buchara. Denn er beherrscht die Kunst des Goldstickens wie kaum ein anderer. Mit sieben Jahren hat er das Handwerk vom Opa und Vater erlernt. Seine sensiblen Hände haben seitdem Schuhe, Kopfbedeckungen, Hochzeitskleider, Gürtel, Taschen, Theatervorhänge und vieles mehr mit goldenen Fäden veredelt.

Wie er so dasitzt an seinem kleinen Tisch und noch immer voller Präzision Nadel um Nadel ins Tuch sticht, ist ein Hochgenuss für die Augen.

Auch für die Ohren hat er einiges auf Lager. Der Sommer sei für ihn anstrengend gewesen. Schließlich wollte er keines der Spiele der Fußball EM verpassen. Seine Goldstickerei braucht er täglich. Aber über die Fußballspiele will er mit uns nun ebenfalls reden. Das sei ihm schon noch wichtig!