Tage in der Umgebung von Duschanbe

Die letzten Tage stand das Land ganz im Zeichen der Feierlichkeiten zum 21. Unabhängigkeitstag. Was machen die Tadschiken an solchen Tagen. Das, was Menschen wohl überall auf der Welt gerne machen – ausgiebig feiern. Hoch im Kurs dabei das Nationalgericht Kurotob. In Stücke gerissenes Fladenbrot wird in einem Holzteller mit Kefir und heißem Öl übergossen, anschließend mit Tomaten, Zwiebeln, Gurken sowie Peperoni und Kräutern garniert.

Ebenfalls sehr begehrt ist Fatir Schubo (im Bild der kleinere Holzteller). Eine dicke Suppe aus gerissenem Fladenbrot, Kartoffeln, Maiskörnern sowie Rindfleisch und Brühe.

Wir haben die Tage genutzt, um das einzige Skigebiet in der Nähe von Duschanbe zu besuchen. Allein die Anfahrt ist schon abenteuerlich. Die letzten 24 Kilometer führen über eine meist einspurige Schotterpiste. Wir haben mehr als 15 Murren und Gerölllawinen gezählt, die die Piste überspült haben. Jetzt in der regenlosen Sommerzeit mag das alles kein Problem sein. Aber ich kann mir nur schwer vorstellen, wie das im Winter und Frühjahr funktionieren soll. Schneelawinen und Sturzbäche… Mir scheint, dass die höher liegenden Dörfer dann oft tagelang von der Außenwelt abgeschnitten sind.

Ganz am Ende liegt ein kleines Skigebiet. Erbaut wurde es zu Sowjetzeiten. Zwei der drei Lifte sind wohl noch betriebsbereit. Ich frag mich nur, wer im Winter diese Anfahrt in Kauf nimmt, um hier dem weißen Wintersport zu huldigen.

Unten in der Umgebung von Duschanbe hat derweil die Baumwollernte begonnen. In mühevoller Handarbeit werden die flauschigen Bällchen von den niedrigen Sträuchern abgerupft. Eine anstrenge Tätigkeit. Zumal derzeit die Temperaturen im Schatten noch immer bei rund 34° C liegen. Doch wo gibt es auf den Feldern schon Schatten?

Für Tadschikistan ist Baumwolle ein wichtiger Exportartikel. Allerdings ist man inzwischen dazu übergegangen, nicht das Rohprodukt Baumwolle zu verkaufen. Sondern die nächste Verarbeitungsstufe, also die Herstellung von Garn, im Land zu bewerkstelligen. Es gibt dafür inzwischen moderne Werke, eines davon im Westen von Duschanbe haben wir besucht. Italienische Maschinen gepaart mit deutscher Disziplin und Organisation ist dort das Erfolgsrezept. So zumindest hat es uns Franco Ferrari beschrieben, der den Betrieb aufgebaut hat und heute leitet.