Einer meiner liebsten Drehorte (2): ST. HELENA

Es gibt Orte, die sind trotz modernster Transportmittel nur schwer zu erreichen. Die Insel St. Helena gehört dazu. Nur per fünftägiger Schiffsreise auf dem letzten königlichen Postschiff der Welt, der RMS St. Helena, ist die Insel alle drei bis vier Wochen erreichbar. Einen Hafen gibt es nicht. In kleinen Beibooten werden die Passagiere an Land gebracht. Güter werden auf offenen Pontons transportiert. St. Helena im Atlantik war nicht nur Verbannungsort Napoleon Bonapartes, sondern auch diverser Zulu-Könige und (unfreiwilliger) Fluchtort vieler Sklaven. Die rund 4.000 Einwohner leben heute weitestgehend von den Zuwendungen der britischen Regierung, bauen aber auch eine der exklusivsten Kaffeesorten der Welt an. Diese abgelegene Insel war mehr als eine Filmreise (Thomas Junker unterwegs – Europas stolze Inseln am Ende der Welt) wert.

Allein schon die Fahrt mit der RMS St.Helena von Kapstadt aus ist ein Gedicht. Längst hätte das alte Schiff seinen Dienst quittieren sollen, doch der neu errichtete Flughafen auf der Insel wurde – und wird wohl auch nicht mehr, zumindest in absehbarer Zeit – nie in Betrieb genommen. Zu stark sind die Winde auf der Insel. Eine sichere Landung ist wohl nicht möglich. Also muss das betagte Schiff seinen Dienst weiter verrichten. Sehr zur Freude der meisten Passagiere. Denn es ist eine geruhsame Reise, ein Entschleunigung und damit perfekte Vorbereitung auf die Insel, die sehr in sich ruht.

Hier gibt es ein Video über das Leben an Bord der RMS St. Helena.

Und folgend noch ein paar Fotos von der Insel: