Einer meiner liebsten Drehorte (3): SARY MOGUL

Kirgistan

Bei den Menschen in Sary Mogul zu sein, war etwas Besonderes für mich. Sie leben in rund 3000 m Höhe am Fuße des Pik Lenin in Kirgistan. Karg ist ihr Lebensraum in disem Hochtal. Weidewirtschaft ihre Haupteinnahme. Von den Alpinisten, die den berühmten 7134 m hohen Pamirgipfel besteigen wollen, habe sie so gut wie nichts. Das Geschäft machen internationale Bergsteigeragenturen. Und deren Programm sieht selten vor, den Ort zu besuchen oder gar die Menschen am Geschäft teilhaben zu lassen.Im Zuge meiner Filmproduktion Thomas Junker unterwegs – Durch das verwegene Herz Zentralasiens kamen wir in diesen kirgisischen Ort. Donnerstag ist immer Markttag. Dann scheint das ganze riesige Tal (40 km breit, über 150 km lang) auf den Beinen zu sein. Vor allem aus den noch entlegeneren Bergdörfer kommen die Menschen. Gehandelt wird nahezu alles, was man fürs alltägliche Leben braucht. Von Yaks, Schafen, Pferden über Schuhe, Tücher und Lebensmittel. Mit der Filmkamera sind wir eingetaucht, haben beobachten dürfen, Interviews geführt.

Enorm die unheimlich große Herzlichkeit der Menschen. Man merkt, dass die Kirgisen keinem politischen Druck wie in den Nachbarstaaten Tadschikistan und Usbekistan ausgesetzt sind. Meinungsfreiheit ist in diesem Staat ein hohes Gut.

Ich bin ein paar Tage mit meinem kleinen Team dort oben geblieben. Wir haben jenseits des Basares viele Menschen getroffen, gesehen, wie sie sich für den harten, langen Winter vorbereiten. Gelernt, dass der Kot der Kühe sehr wertvoll ist. Und dass Sary Mogul einen kulturellen Schatz besitzt. Aber auch, dass einige Arbeitsplätze in der 6 km entfernten Steinkohlemine extrem gefährlich sind. Doch die, die dort arbeiten, haben kaum eine andere Chance. Hier ist das Video über Sary Mogul.