KM 13.212 – Ein Heim für Bücher

Es mag ein wenig ungewöhnlich klingen, aber was Jewgenij Gintov in Irkutsk auf die Beine gestellt hat, zeugt von der tiefen Kulturaffinität der Russen. Es ist ihm ein Graus, dass nicht mehr gebrauchte Bücher im Altpapier landen. Deshalb hat er ein Heim für Bücher eröffnet. Herrenlose, nicht mehr gebrauchte Bücher werden bei ihm abgegeben. Pro Monat an die 1000 Stück. Er katalogisiert sie, stellt sie mit System in Regale. Und das alles fast nur im Freien. Inzwischen ist es eine Fundgrube für Literaturbegeisterte geworden. Viele kommen, weil sie bei Jewgenij Bücher finden, die nicht enmal mehr in Antiquariaten zu kaufen sind. Umgerechnet 60 Eurocent kostet ein Buch bei ihm. Verkauft wird aber nur an Menschen, die die Bücher auch wirklich nutzen wollen. Denn Bücher sind für ihn ein hohes Kulturgut – und die gehören nicht ins Altpapier. Einen Traum hat Jewgenij. Er möchte ein Haus errichten, in dem er die Bücher und all die Suchenden trocken beherbergen kann. Er wird es schaffen, da bin ich mir sicher. Denn inzwischen bekommt er auch finanzielle Unterstützung von Menschen, die seine Gedanken teilen. Hier ist ein Bilderrundgang durch sein Bücherheim: