Autor: junkerthomas

Wochenmarkt &Landwirtschaft

Es ist eine schöne Tradition – immer samstags haben sie in Burnt Pine, dem Hauptort der 1600-Seelen-Insel Norfolk, ihren kleinen Markt. Es sind eine Handvoll Bauern, die ihre frischen Waren anbieten. Dazu kommen noch ein paar Händler, die Sachen wie Kuchen und Pflegeprodukte aus Ziegenmilch in ihrem Angebot haben. Hadyn Evans ist einer von ihnen, später nimmt er uns mit auf seine Farm. Auf rund 10 Hektar pflanzt er Tomaten, Kraut, Brokkoli, Salat (Eissalat), Blumenkohl (der mag es nicht zu heiß, darum wächst er hier sehr gut) Avocado, Kartoffel, Mais, Karotten, Orangen und anderes mehr. Ein paar Schweine hat er auch. Er verkauft auf dem Markt, beliefert verschiedene Restaurants. Ein Export seiner Produkte lohnt sich ob der teuren Transportkosten nicht.

Aufgebaut hat diese Landwirtschaft sein Vater im Jahre 1975. Noch heute hilft er. Ist täglich auf den Feldern dabei. Wunderschön die Lage des Elternhauses – direkt an der Steilküste am nordwestlichen Rand von Norfolk Island. Grandios der Garten voller Blumen. Die Insulaner, nicht nur die Evans, sie hegen und pflegen ihr Land. Auf unserer Reise durch den Pazifik haben wir Vergleichbares nur auf Stewart Island gesehen. (mehr …)

„Hands up for Democracy“

Ein Feld voller grüner Hände. Dazu auf der ganzen Insel immer wieder eben jene grünen Hände. Was hat das zu bedeuten? Die Geschichte geht so. Die Insulaner leben vom Tourismus und von ihrer Landwirtschaft. Und von ihrem Stolz, Nachfahren der Polynesier einerseits und Nachfahren der Meuterer der Bounty andererseits zu sein. 1856 haben sie von der Queen als Teil von New South Wales weitestgehende Autonomie zugesprochen bekommen. Nun ist Schluss damit. Australien betrachtet Norfolk Island als sein Territorium und hat die örtliche Verwaltung vor einem Jahr unter ihre Obhut gestellt. Die Insulaner fühlen sich übergangen. Ein von ihnen durchgeführtes Referendum (in dem sich rund 66% gegen den Verlust der Autonomie aussprachen) wurde ignoriert. Nun regt sich Protest auf Norfolk Island. Auch, weil mit dem ungeliebten Akt im einstigen steuerfreien Gebiet Abgaben eingeführt wurden. Vielen auf der Insel ist klar, dass eine Zukunft ohne Einkommensteuern und Grundgebühren schwierig zu finanzieren ist. Allerdings kritisieren  sie den Stil, sehen es als eine unfreundliche Übernahme, als einen undemokratischen Akt an. (mehr …)

Musik voller Leidenschaft im Jolly Roger

Sie machen es, weil es ihnen ein Bedürfnis ist. Der eine, Matt Zarb an der Gitarre, seit zwei Jahren auf Norfolk Island im Jolly Roger immer von Mittwoch bis Sonntag. Der andere, Mark Oats mit seiner Geige, für vier Tage zusammen mit seinem Freund, mit dem er so viele Konzerte auf der ganzen Welt gespielt hat. Musik voller Leidenschaft, Emotionen und wohl grandioser Qualität. Auf Norfolk Island. Irgendwo im Nirgendwo des Pazifiks!

Ein Paradies voller Süßigkeiten

Schokolade. Natürlich! In allen Varianten! Köstlich! Und vor allem, fast alles macht Andrew Maxwell selbst. Er liebt Schokolade. Das begreift man sofort, wenn man ihn bei seiner Arbeit beobachtet. Nichts wird hektisch vollbracht. Das Schmelzen nicht (dauert rund 24 Stunden bei ca. 44 Grad), das Einfüllen in Formen auch nicht (erfolgt bei 33 – 34 Gard), das humorvolle Verpacken ebenso wenig. Zusammen mit seiner Frau Raewyn betreibt er auf Norfolk Island einen Süßigkeitenladen. Es gibt nicht nur Schokolade aus der eigenen Herstellung (Grundlage ist belgische Schokolade), sondern alles was das süße Herz begehrt. Ein Paradies für jene, die solche Sachen mögen!

(mehr …)

Der Boutique-Weinmacher

Roderik McAlpine kam 1992 auf die Insel, verließ sie zwei Jahre später mit seiner späteren Frau Noelene Buffett (sie stammt in direkter Line von Ned Young ab, einem der Meuterer der legendären Bounty). Doch kehrten sie bald mit ihrer Tochter zurück, weil es für sie keinen besseren Ort auf der Welt für Kinder gab (und heute noch gibt). 2002 entschlossen sie sich, auf Norfolk Island Wein anzubauen – mit Erfolg. Unter ihrem eigenen Label „Two Chimneys Wines“ produzieren sie heute Merlot, Cabernet Sauvignon , Chardonnay, Verdelho, Sparkling Cuvee, Semillon sowie Sauvignon Blanc. Wo man ihn kaufen kann? „Am besten bei uns auf der Insel. Herkommen, die Insel und unseren Wein genießen, das ist die Idee“, so Roderik  (mehr …)

Norfolk Island – die heimliche Trauminsel

Es ist unser Finale, sprich die letzte Insel auf unserer Reise durch den Pazifik: Norfolk Island. Viel gibt es zu erzählen. Von den direkten Nachfahren der Meuterer auf der Bounty. Von ihrem noch heute unbändigem Drang nach Freiheit und den damit einhergehenden Problemen mit der Staatsmacht Australien. Von freilaufenden Kühen, die im Straßenverkehr absoluten Vorrang haben (wie andere Tiere auch). Von einem Klima, dass so grandios ist, dass es nie zu heiß wird wie beispielsweise auf Tahiti, welches aber so fein ist, dass man im Meer baden kann und auf den Berghängen sogar Wein wächst. Auf all das werde ich in den nächsten Beiträgen und natürlich dann im Film intensiv eingehen. Für heute will ich einfach nur Landschaftsfotos von dieser für mich heimlichen Trauminsel im Pazifik zeigen. (mehr …)

Gekommen, um auf Stewart Island zu bleiben – Annett Eiselt

Es ist eine Liebeserklärung an das Leben auf Stewart Island – präsentiert von der aus Dresden stammenden Annett Eiselt. Einst kam sie, die zuletzt in Hamburg am Theater Stücke produzierte, zum Urlaub. Doch dabei ist es nicht geblieben. Warum Annett inzwischen das Leben auf der südlichsten bewohnten Pazifikinsel nicht mehr missen möchte, was sie beruflich dort macht – all das und mehr in diesem Video.

Immer im Einsatz – nie einen Drink

Genau so ist es. Wer wie Christopher Guild auf Stewart Island als Polizist arbeitet, ist immer im Einsatz. „Ich arbeite während des Tages, und wenn ich nach Hause gehe bin ich immer in Rufbereitschaft. Also, ich kann nie einen Drink zu mir nehmen. Selbst wenn ich einen freien Tag habe, bin ich immer in Rufbereitschaft. Ich muss immer in der Nähe der Polizeistation bleiben, damit ich schnell reagieren kann. 24 Stunden, 7 Tage die Woche. Immer dienstbereit.“ Das sind seine Worte.
Er ist dieses Mal nur für 2 Monate da, vertritt den eigentlichen Polizisten, Dale Jenkins, der über 10 Jahre schon auf Stewart Island ist. Doch sollte sich die Gelegenheit bieten, will Christopher wieder auf die Insel kommen. Der Menschen wegen: „Wir haben hier nur eine ganz geringe Kriminalität. Die Insulaner regeln das meist unter sich. Sie sind sehr gut darin, Lösungen selbst zu finden. Nur wenn mit der Fähre Menschen von außen kommen, gibt es eigentlich Probleme. Das Gute an Stewart Island ist, die Gemeinschaft ist wirklich noch eine Gemeinschaft. Du kennst Deine Nachbarn. Du musst Dich mit ihnen arrangieren, sonst bist Du isoliert. Das ist so ganz anders zum Festland. Da gibt es Kriminalität, hier ist es völlig entspannt.“

(mehr …)

Quizmaster Dave, das Pub & Stromausfall

Dave ist eine Frohnatur. In den Tagen auf Stewart Island habe ich ihn immer nur mit einem Lächeln gesehen. Zur Hochform ist er am Sonntagabend aufgelaufen. Ab 18.00 Uhr füllt sich das einzige Pub im Dorf (im South Sea Hotel) bis auf den letzten Quadratmeter.  Der Grund, Dave ruft zur Quizrunde auf. 50 Fragen, viele alte und manch neu zusammengewürfelte Rateteams. Seit 10 Jahren ist das so. Die Teilnahme ist kostenlos, aber am Ende werden Spenden gesammelt, die sozialen Projekten auf der Insel zugutekommen. Damit alle Teilnehmer Platz haben wird sogar der Billardtisch mit Platten abgedeckt. Die Insulaner genießen während der rund 3-stündigen Fragerunden ausführlich Speisen des Hauses – und natürlich Bier. Neuseeländisches am liebsten. Da sind sie Patrioten. (mehr …)

Holger Lachmann und sein Fish & Chips-Restaurant

Alle kennen ihn auf er Insel. Und alle lieben seine Kochkünste. 17 Jahre hat er im einzigen Hotel, dem South Sea Hotel, gekocht. Seit 3 Jahren nun ist er der Chef im Kai Kart. Fish & Chips, frische Austern und Burger. Wen auch immer man fragt, jeder sagt, alles bei ihm sein ein Genuss. Wir können daran leider nicht mehr teilhaben. Denn Holger wird nach 21 Jahren Stewart Island verlassen. Sein Sohn kommt nach 8 Schuljahren auf Stewart Island nun auf eine Highschool. Deshalb verlässt die Familie die Insel, zieht nach Dunedin in die Großstadt. Wir haben mit ihm in seinem Kai Kart gedreht und ein langes Interview geführt über das Leben auf der Insel und wie er sie für sich entdeckte. Auf Deutsch. Holger ist Sachse, stammt aus Frankenberg bei Chemnitz.

(mehr …)