Film 2017 – Thomas Junker unterwegs – Pazifik

Die zweite Woche…

…war das unsere Aussicht:

Wir sind voll im Plan. Heißt, in dieser Woche werden wir die Vertonung, die Angleichung der Audiospuren und die Farbkorrektur vornehmen. Am Freitag, 17.11.2017, werde ich bereits beim MDR Riverboat als Studiogast von den Erlebnissen im Pazifik berichten. Auch bei MDR um 4 am Montag, 20.11.2017, darf ich über die 76 Tage im Pazifik erzählen. Und dann folgt der Fünfteiler: 20.- 23. & 25.11.2017, jeweils 19:50 – 20:15 Uhr. Natürlich im MDR!

Die ersten zwei Tage

Nun sind wir (mein Schnittmeister Torsten Zürn & ich) also in unserem Wohnzimmer auf Zeit. Gemeint ist das Schnittstudio. Wobei das mit der Zeit so eine Sache ist. Denn die wird fast im wörtlichen Sinn aufgehoben. Wir schneiden nicht nach üblichen Büro-und Arbeitszeiten den Film, sondern dann, wenn wir das richtige Gefühl dafür haben. Kreativität lässt sich nun mal schwer in ein stures Zeitschema pressen. Wie sieht der Schnittalltag dann bei uns aus? Wir starten meist zwischen 8.30 und 9.00 Uhr. Nochmal schauen, was wir am Vortag geschnitten haben. Anschließend geht es an neue Geschichten. Das tägliche Schnittende ist offen. Der einzige Zeitpunkt, der für uns relevant ist, ist der 14. November 2017, 15.00 Uhr. Da steht die Abnahme durch MDR-Redakteur auf dem Programm. Bis dahin müssen Schnitt und der Text stehen.

Aber gehen wir voller Genuss Tag für Tag die Sache an. Gestern haben wir das Material in das Schnittsystem (AVID) eingeladen. Heute schneiden wir den ersten Teil. (mehr …)

… und jetzt der Schnitt!

Nach 76 Tagen voller Dreharbeiten kommt jetzt der Schnitt. Heute (Sonntag) haben wir die ersten Vorbereitungen getroffen, am Montag geht es richtig los. Damit beginnt das dritte „Drittel“ einer jeden Filmproduktion. Am Anfang steht die Vorbereitung mit der Recherche und der Organisation. Gefolgt vom zweiten Drittel, jenem der eigentlichen Dreharbeiten. Und nun also das Finale mit dem Schnitt und der Vertonung des Filmes. Zur Einstimmung hier noch einmal ein paar Bilder vom Kameramann: (mehr …)

Wochenmarkt &Landwirtschaft

Es ist eine schöne Tradition – immer samstags haben sie in Burnt Pine, dem Hauptort der 1600-Seelen-Insel Norfolk, ihren kleinen Markt. Es sind eine Handvoll Bauern, die ihre frischen Waren anbieten. Dazu kommen noch ein paar Händler, die Sachen wie Kuchen und Pflegeprodukte aus Ziegenmilch in ihrem Angebot haben. Hadyn Evans ist einer von ihnen, später nimmt er uns mit auf seine Farm. Auf rund 10 Hektar pflanzt er Tomaten, Kraut, Brokkoli, Salat (Eissalat), Blumenkohl (der mag es nicht zu heiß, darum wächst er hier sehr gut) Avocado, Kartoffel, Mais, Karotten, Orangen und anderes mehr. Ein paar Schweine hat er auch. Er verkauft auf dem Markt, beliefert verschiedene Restaurants. Ein Export seiner Produkte lohnt sich ob der teuren Transportkosten nicht.

Aufgebaut hat diese Landwirtschaft sein Vater im Jahre 1975. Noch heute hilft er. Ist täglich auf den Feldern dabei. Wunderschön die Lage des Elternhauses – direkt an der Steilküste am nordwestlichen Rand von Norfolk Island. Grandios der Garten voller Blumen. Die Insulaner, nicht nur die Evans, sie hegen und pflegen ihr Land. Auf unserer Reise durch den Pazifik haben wir Vergleichbares nur auf Stewart Island gesehen. (mehr …)

„Hands up for Democracy“

Ein Feld voller grüner Hände. Dazu auf der ganzen Insel immer wieder eben jene grünen Hände. Was hat das zu bedeuten? Die Geschichte geht so. Die Insulaner leben vom Tourismus und von ihrer Landwirtschaft. Und von ihrem Stolz, Nachfahren der Polynesier einerseits und Nachfahren der Meuterer der Bounty andererseits zu sein. 1856 haben sie von der Queen als Teil von New South Wales weitestgehende Autonomie zugesprochen bekommen. Nun ist Schluss damit. Australien betrachtet Norfolk Island als sein Territorium und hat die örtliche Verwaltung vor einem Jahr unter ihre Obhut gestellt. Die Insulaner fühlen sich übergangen. Ein von ihnen durchgeführtes Referendum (in dem sich rund 66% gegen den Verlust der Autonomie aussprachen) wurde ignoriert. Nun regt sich Protest auf Norfolk Island. Auch, weil mit dem ungeliebten Akt im einstigen steuerfreien Gebiet Abgaben eingeführt wurden. Vielen auf der Insel ist klar, dass eine Zukunft ohne Einkommensteuern und Grundgebühren schwierig zu finanzieren ist. Allerdings kritisieren  sie den Stil, sehen es als eine unfreundliche Übernahme, als einen undemokratischen Akt an. (mehr …)

Musik voller Leidenschaft im Jolly Roger

Sie machen es, weil es ihnen ein Bedürfnis ist. Der eine, Matt Zarb an der Gitarre, seit zwei Jahren auf Norfolk Island im Jolly Roger immer von Mittwoch bis Sonntag. Der andere, Mark Oats mit seiner Geige, für vier Tage zusammen mit seinem Freund, mit dem er so viele Konzerte auf der ganzen Welt gespielt hat. Musik voller Leidenschaft, Emotionen und wohl grandioser Qualität. Auf Norfolk Island. Irgendwo im Nirgendwo des Pazifiks!

Ein Paradies voller Süßigkeiten

Schokolade. Natürlich! In allen Varianten! Köstlich! Und vor allem, fast alles macht Andrew Maxwell selbst. Er liebt Schokolade. Das begreift man sofort, wenn man ihn bei seiner Arbeit beobachtet. Nichts wird hektisch vollbracht. Das Schmelzen nicht (dauert rund 24 Stunden bei ca. 44 Grad), das Einfüllen in Formen auch nicht (erfolgt bei 33 – 34 Gard), das humorvolle Verpacken ebenso wenig. Zusammen mit seiner Frau Raewyn betreibt er auf Norfolk Island einen Süßigkeitenladen. Es gibt nicht nur Schokolade aus der eigenen Herstellung (Grundlage ist belgische Schokolade), sondern alles was das süße Herz begehrt. Ein Paradies für jene, die solche Sachen mögen!

(mehr …)

Der Boutique-Weinmacher

Roderik McAlpine kam 1992 auf die Insel, verließ sie zwei Jahre später mit seiner späteren Frau Noelene Buffett (sie stammt in direkter Line von Ned Young ab, einem der Meuterer der legendären Bounty). Doch kehrten sie bald mit ihrer Tochter zurück, weil es für sie keinen besseren Ort auf der Welt für Kinder gab (und heute noch gibt). 2002 entschlossen sie sich, auf Norfolk Island Wein anzubauen – mit Erfolg. Unter ihrem eigenen Label „Two Chimneys Wines“ produzieren sie heute Merlot, Cabernet Sauvignon , Chardonnay, Verdelho, Sparkling Cuvee, Semillon sowie Sauvignon Blanc. Wo man ihn kaufen kann? „Am besten bei uns auf der Insel. Herkommen, die Insel und unseren Wein genießen, das ist die Idee“, so Roderik  (mehr …)