Das letzte Wochenende zuhause

Luft holen, Auftanken, Freunde treffen und für ein paar Stunden nicht an den Film denken, sondern tief ins Private abtauchen – auch wenn noch immer ein Visa und die Drehgenehmigung für ein Land fehlt. Aber an diesem Wochenende können wir eh nichts unternehmen. Die Botschaft und die Ministerien sind geschlossen. Da hilft nur abwarten. Montag oder Dienstag werden wir mehr wissen und dann entscheiden, wie wir weiter verfahren. Für das erste Land, Kirgistan, haben wir alle Dokumente. Können also mit der Arbeit beginnen, wenn denn unser Auto mit Teilen des Equipments planmäßig ankommt.

Alles weitere wird sich finden. Die Erfahrungen aus den letzten mehr als 20 Jahren Filmen weltweit haben mich gelehrt, dass sich immer eine gute Lösung finden lässt. Selbst wenn man diese erst im allerletzten Moment findet.

Unruhen im Pamirgebirge

In Tadschikistan gibt es im Bereich des Pamir-Gebirges nicht wirklich viele Straßen. Genauer gesagt gibt es nur eine große Piste, die von der Hauptstadt Duschanbe hinauf und durch das Gebirge führt. Diese ist seit drei Tagen gesperrt. Der Grund, in der Region um die an Afghanistan grenzende Stadt Khorog hat es blutige Auseinandersetzungen gegeben. Dabei sollen unbestätigten Angaben zufolge bis zu 200 Menschen gestorben sein. Die Regierung spricht von 42 Toten, zwölf Soldaten und 30 bewaffnete Rebellen.

Hintergrund für die Auseinandersetzungen scheint der Mord an dem Geheimdienstchef der Region zu sein. Nicht auszuschließen ist auch, dass die Gründe für den Konflikt im massiven Rauschgiftschmuggel liegen können. Durch das Pamirgebirge wird ein Großteil des in Russland konsumierten Opium und Heroin transportiert. Beim Versuch, diesen zu unterbinden kam es in der Vergangenheit immer wieder zu tödlichen Zwischenfällen.

Nach Informationen unserer Kontaktpersonen in der Region hat sich die Lage inzwischen beruhigt. Unsere geplanten Dreharbeiten in diesem Teil Tadschikistans Mitte September stehen noch nicht zur Disposition. Wir werden jedoch die Lage weiterhin beobachten und gegebenenfalls unsere Route durch Tadschikistan ändern.

 

Warum einfach wenn es auch kompliziert geht…

Wir haben den 28. Juli, in 12 Tagen startet unsere Filmexpedition durch Zentralasien. Und unser Auto steht noch immer in Deutschland, wartet darauf, endlich nach Bischkek, Kirgistan, unserer ersten Station gebracht zu werden. Eigentlich sollte es schon längst auf dem Weg dorthin sein, wenn nicht sogar schon dort. Aber wir haben die Rechnung ohne den deutschen Zoll gemacht.

Pflichtgemäß wurden Fahrzeug und geladenes Equipment vor zwei Wochen den Beamten vorgeführt. Ein von der Behörde ausgehändigtes Dokument ausgefüllt. Der Wagen anschließend für den Transport versiegelt. Sollte alles reichen, dachten wir zumindest. Aber vorgestern ereilte  mich ein Anruf einer Zollbeamtin, in der mir diese eröffnete, man brauche nun ein völlig anderes Dokument. Das vorhandene sei nicht jenes, welches benötigt würde…

Nein, nicht wundern. Auch nicht sich fragen, warum man denn vor Tagen ein anderes Zollformular bekommen habe – von der gleichen Zollstelle. Hilft nix…

Dem Vernehmen nach ist der LKW samt unserem Expeditionswagen nun unterwegs. Natürlich mit dem neuen Dokument. 10 Tage wird der Transport dauern. Vorausgesetzt, es treten keine weiteren Komplikationen auf.

Aus Donnerstag ist Montag geworden…

… aber nun hat es geklappt. Unser Expeditionsauto hat alle notwendigen Zollhürden genommen und ist auf dem Weg nach Bischkek, Kirgistan. Wir selber werden noch ein paar Tage warten müssen. Unser Abflug ist für den 9. August geplant.

Die Zeit bis dahin wird uns allerdings nicht langweilig werden. Noch immer sind nicht alle Visa und Drehgenehmigungen erteilt. Da bleiben also noch einige Wege zu gehen…

 

Am Donnerstag ist es endlich soweit…

Eigentlich sollte unser Expeditionsauto schon längst auf dem Weg nach Zentralasien sein. Aber auf Grund vieler kleiner Umstände geht die Reise für unseren fahrbaren Untersatz erst an diesem Donnerstag los.

Was bereits feststeht ist die grobe Route. Wir werden zuerst in Bischkek (Kirgistan) sein, dann via Talas, dem Ferganatal (Usbekistan) und Buchara den Aralsee ansteuern. Anschließend über Duschanbe (Tadschikistan) in die Pamir-Region fahren und schließlich zurück nach Kirgistan zu den hohen Bergen des Tian-Shan-Gebirges.

Durch das verwegene Herz Zentralasiens – der neue Filmtitel verrät…

Es geht weiter…

… wohin es demnächst geht: Kirgistan, Usbekistan und Tadschikistan. Von der Wüste um den fast ausgetrockneten Aral-See bis ins Tian Shan- und Pamir-Gebirge. Elf geballte Expeditionswochen. Am 9. August startet die Filmreise von Thomas Junker und seinem Filmpartner Matthias Kofahl. Ende November ist die fünfteilige Reportage im Fernsehen zu sehen. Natürlich zuerst beim MDR.

Alle weiteren Informationen über Durch das verwegene Herz Zentralasiens können Sie ab sofort hier finden. Die beiden Filmemacher werden ausführlich darüber berichten, was vor und hinter der Kamera passiert. Schon am kommenden Montag (2. Juli) wird unser Expeditionsauto bereits auf die Reise nach Zentralasien geschickt.

Schauen Sie ab und an mal rein. Es wird sich lohnen.