Der Lovepark in Bischkek

Ein Seitenblick von Matthias Kofahl

Ja, genau dahin soll es gehen. In den Love Park. Am Sonntagmorgen beschließe ich, Julia zu diesem wichtigen Platz für Bischkek zu folgen. Julia ist Anfang zwanzig, studiert Germanistik und Deutsche Geschichte. Sie möchte mir das jugendliche Gesicht der Stadt zeigen und darin spielt dieser vielsagende Park eine bedeutende Rolle. Liebespaare können sich selten zuhause treffen. Auf viel zu engem Raum leben dort meist mehrere Generationen in den Plattenbauten zusammen.

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Bischkek, ein Basar und die Suche nach einem Poloshirt

Der Sonntag hat gerade sehr sonnig hier in Bischkek begonnen. Um die 35° C werden es heute wohl wieder werden. Regen ist keiner zu erwarten. Normales Sommerwetter in diesem Teil Zentralasiens. Von unserem Auto haben wir noch nichts Neues gehört. Das wird wohl auch so bis zum morgigen Montag bleiben. Bis eben die entsprechenden Behörden wieder arbeiten. So bleibt uns Zeit, Bischkek zu erkunden. Gestern haben wir das mit Elena gemacht. Sie spricht hervorragend Deutsch und kennt vor allem den Osch-Basar sehr gut. Denn sie wohnt gleich um die Ecke.

Den Basar sehen aber auch den eigenen Kleiderengpass ein wenig beseitigen. Eine gute Idee. Wir haben also Elena gefragt. Ein Poloshirt wäre nicht schlecht. Wäsche zum Wechseln eben. Doch dieses Vorhaben sollte sich als eine schwierige Nummer erweisen.

Der Filmemacher zusammen mit der Dolmetscherin Elena auf dem Osch-Basar in Bischkek

Im Stadtzentrum gibt es einige Einkaufszentren, die ähnlich den unsrigen in der Heimat sind Bischkek, ein Basar und die Suche nach einem Poloshirt weiterlesen

Es geht los…

…wenn auch mit Hindernissen. Der Flug via Istanbul nach Bischkek war noch ohne besondere Vorkommnisse. Auch die Einreise am Flughafen gestaltete sich als eine überraschend schnelle Angelegenheit – wohl auch dank der Aufhebung der Visapflicht u.a. für Deutsche, die vor zwei Wochen umgesetzt worden ist. Um 4 Uhr in der Früh kamen wir glücklich in unserem kleinen Hotel in der kirgisischen Hauptstadt an.

Doch ein paar Stunden später kam die Nachricht, dass wir auf unser Auto noch ein paar Tage warten müssen… Es geht los… weiterlesen

Das letzte Wochenende zuhause

Luft holen, Auftanken, Freunde treffen und für ein paar Stunden nicht an den Film denken, sondern tief ins Private abtauchen – auch wenn noch immer ein Visa und die Drehgenehmigung für ein Land fehlt. Aber an diesem Wochenende können wir eh nichts unternehmen. Die Botschaft und die Ministerien sind geschlossen. Da hilft nur abwarten. Montag oder Dienstag werden wir mehr wissen und dann entscheiden, wie wir weiter verfahren. Für das erste Land, Kirgistan, haben wir alle Dokumente. Können also mit der Arbeit beginnen, wenn denn unser Auto mit Teilen des Equipments planmäßig ankommt.

Alles weitere wird sich finden. Die Erfahrungen aus den letzten mehr als 20 Jahren Filmen weltweit haben mich gelehrt, dass sich immer eine gute Lösung finden lässt. Selbst wenn man diese erst im allerletzten Moment findet.

Unruhen im Pamirgebirge

In Tadschikistan gibt es im Bereich des Pamir-Gebirges nicht wirklich viele Straßen. Genauer gesagt gibt es nur eine große Piste, die von der Hauptstadt Duschanbe hinauf und durch das Gebirge führt. Diese ist seit drei Tagen gesperrt. Der Grund, in der Region um die an Afghanistan grenzende Stadt Khorog hat es blutige Auseinandersetzungen gegeben. Dabei sollen unbestätigten Angaben zufolge bis zu 200 Menschen gestorben sein. Die Regierung spricht von 42 Toten, zwölf Soldaten und 30 bewaffnete Rebellen.

Hintergrund für die Auseinandersetzungen scheint der Mord an dem Geheimdienstchef der Region zu sein. Nicht auszuschließen ist auch, dass die Gründe für den Konflikt im massiven Rauschgiftschmuggel liegen können. Durch das Pamirgebirge wird ein Großteil des in Russland konsumierten Opium und Heroin transportiert. Beim Versuch, diesen zu unterbinden kam es in der Vergangenheit immer wieder zu tödlichen Zwischenfällen.

Nach Informationen unserer Kontaktpersonen in der Region hat sich die Lage inzwischen beruhigt. Unsere geplanten Dreharbeiten in diesem Teil Tadschikistans Mitte September stehen noch nicht zur Disposition. Wir werden jedoch die Lage weiterhin beobachten und gegebenenfalls unsere Route durch Tadschikistan ändern.

 

Warum einfach wenn es auch kompliziert geht…

Wir haben den 28. Juli, in 12 Tagen startet unsere Filmexpedition durch Zentralasien. Und unser Auto steht noch immer in Deutschland, wartet darauf, endlich nach Bischkek, Kirgistan, unserer ersten Station gebracht zu werden. Eigentlich sollte es schon längst auf dem Weg dorthin sein, wenn nicht sogar schon dort. Aber wir haben die Rechnung ohne den deutschen Zoll gemacht.

Pflichtgemäß wurden Fahrzeug und geladenes Equipment vor zwei Wochen den Beamten vorgeführt. Ein von der Behörde ausgehändigtes Dokument ausgefüllt. Der Wagen anschließend für den Transport versiegelt. Sollte alles reichen, dachten wir zumindest. Aber vorgestern ereilte  mich ein Anruf einer Zollbeamtin, in der mir diese eröffnete, man brauche nun ein völlig anderes Dokument. Das vorhandene sei nicht jenes, welches benötigt würde…

Nein, nicht wundern. Auch nicht sich fragen, warum man denn vor Tagen ein anderes Zollformular bekommen habe – von der gleichen Zollstelle. Hilft nix…

Dem Vernehmen nach ist der LKW samt unserem Expeditionswagen nun unterwegs. Natürlich mit dem neuen Dokument. 10 Tage wird der Transport dauern. Vorausgesetzt, es treten keine weiteren Komplikationen auf.