Der alte Goldsticker von Buchara

Diese rund 2500 Jahre alte Stadt Buchara, sie ist für mich die schönste an der Seidenstraße. Was hat sie für wunderbare Ansichten! All diese herrlichen Gebäude in der historischen Altstadt. Die vielen Medresen, das jüdische Viertel mit seinen schönen, zum Teil gut erhaltenen Wohnhäusern. Das 50 m hohe Minarett Kalon, direkt daneben die gleichnamige Moschee, die größte in Zentralasien!

Was mich aber noch mehr fasziniert, sind die Menschen. Einer ist dieser Mann:

Mit seinen 92 Jahren sitzt er noch fast täglich in einem kleinen, gerade mal 6 qm großen Raum und stickt.

Er ist ein Meister, vielleicht sogar der Meister in Buchara. Der alte Goldsticker von Buchara weiterlesen

Begegnungen in Usbekistan

Sandige Hügel, hier und da Sträucher, verstreute Häuser aus Lehm, ein paar Felder Und Bäume in den Senken. Das ist das Dorf Arabande, rund 120 km südwestlich von Samarkand. Auf einer mehr oder weniger geteerten Straße sind wir auf unserem Weg nach Buchara in diesen halb vergessenen Ort gekommen. Es ist nicht der direkte Weg. Doch der Ort, der vielen Siedlungen in dieser Region gleicht, ist ein besonderer. Der Menschen wegen.

Einer von ihnen ist Sharif Rchudoigulov.

68 Jahre ist er alt, 11 Kinder hat er zusammen mit seiner Frau. Lehrer ist er von Beruf. Vor 14 Jahren hat sich das durch ein einziges Ereignis geändert. Und damit auch die Geschichte der 200 Seelen-Gemeinde. Begegnungen in Usbekistan weiterlesen

Diesel tanken in Usbekistan, oder – wenn von irgendwo ein Kanister daher kommt

Es klingt lustig, ist es aber nicht. Nicht für uns. Und noch viel weniger für die einheimische Bevölkerung. Der Treibstoff Diesel ist in diesem zentralasiatischen Staat an Tankstellen so gut wie nicht zu bekommen. Usbekistan fördert Öl aus eigenen Quellen. Da sollte man denken, es gäbe reichlich davon. Doch wann immer wir nach Diesel fragen, erzählen uns viele Menschen, dass es selbst bei Benzin in diesem Jahr schon Engpässe gegeben hat, man teilweise 24 Stunden für eine Tankfüllung anstehen musste.

Das war im Frühjahr. Benzin ist derzeit an den Zapfsäulen vorhanden. Aber Diesel eben nicht. Doch die Usbeken sind sehr hilfsbereite Menschen, lassen einem nicht mit solchen Problemen alleine. Mal öffnet sich nach intensiven Gesprächen mit den Behörden dankenswerter Weise eine geschlossene Tankstelle, die 30 Liter vom begehrten Kraftstoff verkaufen kann. Selbstverständlich sogar mit Quittung.

Öfter aber kommen nach etlichen Telefonaten und einigen Umwegen und Abstechern gut gefüllte Kanister quasi aus dem Nichts daher.

Es gibt sie, die guten Geister, die hervorragend improvisieren können. Nicht nur in dieser Beziehung.

Samstagmorgen in Taschkent und die Suche nach Diesel

Das mit dem Diesel ist so eine Sache. Tankstellen haben wir im Ferganatal und auf der Fahrt nach Taschkent viele gesehen. Nur wirklich geöffnet waren allerdings deutlich weniger. Noch geringer ist die Anzahl der Tankstellen, die neben Gas und Benzin auch Diesel verkaufen. Um es genau zu sagen, bisher war es eine Einzige. Ohne die sehr große und freundliche Hilfe des vom Rang her zweithöchsten Verwaltungsbeamten in Fergana, Sufa sein Name (er war auch für unsere Sicherheit verantwortlich), hätten wir vermutlich die Weiterreise nicht antreten können.

Nun aber sind wir in Taschkent und die Suche geht aufs Neue los. Dank unserer gefüllten Reservekanister auf dem Dach kommen wir sicherlich noch bis zu unserem nächsten Ziel, der Stadt Samarkand. Aber dort soll die Lage nicht anders sein. Also suchen wir jetzt erst einmal intensiv in der usbekischen Hauptstadt.

Warum es an Diesel in einem Land mit großen Ölvorräten überhaupt mangelt? Die Ernte steht bevor, deshalb werden die Dieselvorräte für die dabei benötigten Traktoren und sonstigen Landwirtschaftsmaschinen gebunkert. Das ist nicht meine Erkenntnis, sondern die Antwort, die wir von offizieller Seite erhalten haben.

Tage im Ferganatal, Usbekistan

Es waren, es sind Tage der besonderen Begegnungen. Da ist der 86-jährige Mann, der in aller Ruhe am Rosinenstand auf dem Basar von Fergana die verschiedenen Angebote testet, bevor er sich für eine größere Menge entscheidet. Seit 66 Jahren lebe er, der eigentlich Tadschike sei, in Fergana. Und seit dem komme er regelmäßig zu diesem Markt.

Es ist ein reiner Lebensmittelmarkt. Tage im Ferganatal, Usbekistan weiterlesen

Das große Festessen zum Ende des Ramadan

Ich habe viel erlebt während all meiner Reisen in den letzten mehr als 20 Jahren. Aber solch eine herzliche, fröhliche, freundliche und dennoch gleichzeitig tiefe religiöse Besinnlichkeit habe ich bisher noch nicht erleben. Die Menschen in Talas, zumindest jene sieben Familien, zu denen auch die Besitzer unserer kleinen Herberge zählen, sie haben das Ende des Ramadans mit einem ganztägigen Festessen gefeiert.

Es begann am Morgen um 8 mit einem ersten Frühstück im Hause der ersten Familie (alle sieben wohnen in der gleichen Straße, sind Nachbarn). Eine Stunde später zog der Tross weiter – zum zweiten Frühstück. Essen und Beten, erzählen, gemeinsam Freude haben, von Familie zu Familie ziehen, bis zum Abend. Ein kulinarischer Hohepunkt dabei war sicherlich das kirgisische Nationalgericht Bischpermak. Das große Festessen zum Ende des Ramadan weiterlesen