Mittwoch, Teil 3 wieder um 19.50 Uhr

Es sind zum Teil extrem abgeschiedene Berg- und Wüstenregionen. Das Land ist das ärmste Zentralasiens. Aber, es ist ein wunderschönes Land:  Tadschikistan.

Beeindruckend auch hier die Menschen. Mag es in der Hauptstadt Duschanbe ein halbwegs angenehmes Leben geben, so sieht das für 5/6 der Bevölkerung (die auf dem Land lebt) anders aus. Sie leben von der Subsistenzwirtschaft, von dem was sie auf den Äckern produzieren und von ihren Viechern. Ihre Täler sind im Winter oft monatelang von der Außenwelt abgeschnitten. Strom bekommen sie in der kalten Jahreshälfte nur reduziert: 4 Stunden am Morgen, 4 Stunden am Abend. Die Versorgung mit Trinkwasser ist oftmals ein Problem.

Und dennoch haben die Menschen ihren Stolz, ihren Lebensmut und ihre Würde nicht verloren.
So auch in der X-ten Generation der „Beschützer der 44 Quellen“ in der Nähe der Afghanischen Grenze, Ismail Assomidinov, über den heute unter anderem berichtet wird.

Ein weiteres Thema ist die ständige Bedrohung durch Naturkatastrophen. Weite Teile des Landes liegen in einem Erdbebengebiet. Seit 1955 wurden mehr als 900 ernsthafte Erdstöße verzeichnet.  Das Deutsche Rote Kreuz kümmert sich intensiv darum, die am meisten betroffenen Menschen auf den Ernstfall vorzubereiten. Wir haben die Spezialisten bei ihrer Arbeit begleitet.

Warum  zwischen Usbekistan und Tadschikistan ein Krieg droht, was die Ursachen dafür sind, auch darüber berichtet der heutige dritte Teil.

 

 

Dienstag, 27.11. 19.50 Uhr Teil 2…

…. und ich sage DANKE fürs Zuschauen von Teil 1. 16,5 % sind eine richtig gute Einschaltquote, ein großes Kompliment für diesen Film!

Zum zweiten Teil, der heute, Dienstag, 27.11.2012 um 19:50 Uhr im MDR läuft. Er widmet sich ganz gar Usbekistan.

Stellen sie sich einen Fluss wie Rhein, Elbe oder Donau vor. Groß, mächtig, voller Wasser. Und dennoch kommt an der Mündung kein einziger Tropfen an. Utopie? Nein, in Zentralasien bittere Wahrheit. Es ist ein beklemmendes Gefühl, was Gier gepaart mit Macht erreichen kann. Eine von Menschenhand geschaffene Tragödie. Der Aralsee, der einstmals viertgrößte Binnensee der Erde, ist so gut wie eliminiert. Als die Sowjetunion zusammenbrach, hätte die Katastrophe verhindert werden können. Doch die neuen Machthaber wollten es nicht. Zu verlockend war die Aussicht, die Devisenbringer Baumwolle und Reis weiter im bis dato gepflegten Umfang anzubauen. Das Wasser des Amudarja wurde und wird dafür benötigt. Jeder einzelne Tropfen wird ihm entnommen. Für den Aralsee bleibt da nichts mehr übrig.

Gespräche mit namhaften usbekischen Wissenschaftlern zu dieser Problematik waren leider nicht erlaubt. Angeblich war die Vorlaufzeit für eine Genehmigung zu kurz. Wer’s glaubt wird selig.

Samarkand und Buchara sind traumhafte historische Orte an der legendären Seidenstraße. Frisch aufpoliert und restauriert erstrahlen sie, ziehen scharenweise Touristen an. Zu Recht! Auch wir haben uns von der Magie anziehen lassen, die diesen Städten inne wohnt.

Die faszinierenden Gebäude voller Geschichte sind die eine Seite. Noch weit mehr haben mich aber vor allem in Buchara die Menschen begeistert. Warum – das sehen Sie heute um 19.50 Uhr im MDR TV!

 

 

Montag, Teil 1 – Basare, Ramadan und das Fergnatal in Usbekistan

Wie versprochen gibt es in dieser Woche zu jedem Teil meines Filmes ein paar Hintergrundinformationen.

Heute also der erste Teil. Start in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek.

Stellen Sie sich vor, sie besuchen einen Basar, der so groß wie 140 Fußballplätze ist. In Bischkek findet sich ein solcher Basar. Er ist der größte in ganz Zentralasien und hat fast nur Waren aus China im Angebot. Es gibt so gut wie alles zu kaufen. Wer erstmalig den Ort besucht, bekommt obendrauf und kostenlos eine Verirr-Garantie. Keine Chance, die Orientierung auch nur ansatzweise zu behalten. Wir hatten zum Glück unsere kirgisische Dolmetscherin Lira dabei. So haben wir nicht nur den Überblick behalten, sondern konnten auch zahlreiche Gespräche und Interviews führen.

 

Deutsche in Kirgistan, ja das gibt es. Im 19. Jahrhundert kamen etliche Tausend mit ihren Pferdewagen. Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion ist die Zahl der Deutschen recht klein geworden. Wir haben die Spurensuche in Talas (West-Kirgistan) aufgenommen und sind bei sehr netten Leuten gelandet!

In der Stadt waren wir in einem kleinen Gästehaus bei einer kirgisischen Familie untergebracht. Außerhalb der wenigen großen Städte ist dies der normale Weg der Übernachtung. Hotels findet man auf dem Land so gut wie gar nicht, sieht man von der Region Issyk-Kul ab. Eigentlich wollten wir nur drei Tage bleiben. Doch der Hausherr hat uns überredet, einen Tag länger zu bleiben. Es hat sich gelohnt. So haben wir das  Ramadan-Abschlussfest erlebt. Grandios!

Reichliche Probleme gab es bereits im Vorfeld mit dem nächsten Land, mit Usbekistan. Nicht nur, dass sich das Genehmigungsverfahren über Monate hingezogen hat. Die Einreisevisa und die Drehgenehmigung wurden erst erteilt, als wir bereits in  Kirgistan waren. Also mussten die Pässe von unserem Musikkomponisten Peter Eichstädt von Berlin aus extra zu uns nach Zentralasien transportiert werden. Die Sache hatte eine gute Seite. Peter konnte sich so in Bischkek mit zahlreichen Musikern austauschen. Wir dagegen haben im Ferganatal, der ersten Region unserer Reise durch Usbekistan, eine besondere Art der Betreuung erfahren. Als wir auf dem Lebensmittelbasar in der Stadt Fergana drehen wollten, haben gleich 12 (!) Polizisten und Spezialisten in Zivil darauf geachtet, dass wir auch ja die richtigen Aufnahmen bekommen.

Und noch eine Überraschung gab es. In ganz Usbekistan ist Diesel Mangelware. An den Tankstellen sind alle Dieselzapfsäulen trocken. So mussten wir schnell lernen, wie wir für unser Expeditionsauto den Treibstoff auf dem Schwarzmarkt organisiert bekommen.

 

Noch eine Woche…

… dann ist Filmstart.
Wir haben den Schnitt absolviert. Es waren drei grandiose Wochen mit meinem genialen Schnittmeister Torsten Zürn und dem nicht minder fantastischen Komponisten und Musiker Peter Eichstädt. Schnittzeit heißt für uns immer die normale Zeiteinteilung des Alltags aufheben und eigene Zeiträume schaffen. Kreativität kann dann am besten gedeihen.
Was dabei raus gekommen ist, ist vom 26.11. – 1.12.2012 jeweils von 19.50 bis 20.15 im MDR zu sehen.
Vorab gibt es auf dieser Seite schon den Trailer:
http://www.mdr.de/junkers-tagebuch/verteilseite658.html

Hier im Blog werden an jedem Sendetag zusätzliche Hintergrundinformationen und Fotos gepostet. Zu den Dreharbeiten und zu den zum Teil doch recht abenteuerlichen Rahmenbedingungen, die uns von den Regierungen in Usbekistan und Tadschikistan gesteckt worden sind. Zu den Begegnungen mit den Menschen, die im verwegenen Herz Zentralasiens trotz aller Schwierigkeiten nicht ihre Würde verlieren. Und zu vielen anderen Themen.

Bereits am kommenden Freitag, 23.11.2012, 22:00 Uhr werde ich in der MDR-Live-Sendung Riverboat Gast sein und von den Erlebnissen zwischen Aralsee, Wüste, Seidenstraße und Tianshan-Gebirge erzählen.

Zurück in Deutschland…

…und schon am Schnittplatz. Die Tage der Dreharbeiten in Zentralasien sind vorbei. Jetzt kommt die Endfertigung. Für die kommenden drei Wochen ist der Schnittplatz das neue Zuhause. Auch darüber werde ich an dieser Stelle berichten. Doch bevor es damit richtig los geht, gibt es heute noch ein letztes Videotagebuch aus Kirgistan. Zu sehen ab Dienstag. Wie gewohnt unter dieser Adresse: http://www.mdr.de/junkers-tagebuch/verteilseite658.html

Tage am Issyk Kul See…

… sind besondere Tage. Zum einen haben wir unglaubliches Wetterglück. Es ist ein gnadenlos schöner Herbst, der uns auf unseren Wegen seit vielen Tagen begleitet. Traumhafte Berge, Weiden voller Tiere: Schafe, Rinder, Kamele sowie Pferde. Und ein gigantischer Bergsee auf 1600 m Seehöhe. Was willst Du mehr fürs Auge?

Aber es sind die Menschen, die uns begeistern. Da sind Tamara und Askar aus Tamgul. Ein Ehepaar jenseits der 60 im besten Rentenalter. Aber sie können und wollen sich nicht auf ihrem Altenteil ausruhen. Wir können nicht einfach Nichts tun, dann rosten wir ein. Also haben sie einen kleinen Tante-Emmaladen aufgemacht und ihr angrenzendes Haus zu einem Gästehaus ausgebaut. Ein Lichtblick für alle Reisenden auf der Südseite des Issyk Kul Sees. Hotels sind hier ebenso wie Gästehäuser, noch dazu jene mit WC und Dusche absolute Mangelware. Und woher nehmen die beiden Alten die Kraft? Von unseren Gästen, sagen sie. Wir haben bisher nur liebe und nette aus aller Welt in unserem Haus gehabt. Und alle haben interessante Geschichten mitgebracht.

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